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Ingwerpflanze

Welche Pflanze steckt hinterm gesunden Ingwer?

Jeder kennt die aromatische Ingwerpflanze bzw. die Ingwerknolle und weiß ihren scharfen Geschmack zu schätzen. Mancher hat sie vielleicht auch schon als alternatives Heilmittel bei Erkältungskrankheiten benutzt.

Doch welche Pflanze versteckt sich eigentlich hinter der goldgelben Knolle, wo wächst sie und was macht sie aus? Woher stammen die Überlieferungen zur Verwendungs- und Wirkungsweise und ist Ingwer auch wirklich so gesund, wie überall berichtet wird? Diese und andere Fragen soll der folgende Artikel beantworten.

Die Ingwerpflanze im Überblick

Die Ingwerpflanze – botanische Bezeichnung ist Zingiber officinale Roscoe – gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberacae) und stammt ursprünglich aus China und Indien. Ingwer ist auch unter der Bezeichnung Ginger bekannt oder unter den Synonymen Schnapswurzel, Immerwurzel, Imber, Ingber sowie Ingwerwurzel.

Die aromatische Knolle wird zwar oft als Wurzel bezeichnet, es handelt sich dabei aber um das Rhizom (Wurzelstock), also den unterirdischen Hauptspross der Pflanze. Dieser wird als Überdauerungsorgan gebildet und wächst horizontal.

Ingwer ist eine einkeimblättrige Pflanze, die bis zu 150 cm hoch wachsen kann. Durch die dicken Stängel und die länglichen Laubblätter, ähnelt sie in ihrem Aussehen unserem heimischen Schilfgewächsen. Die Blätter werden bis zu 30 cm lang und circa 2 cm breit. Die Pflanze wächst hauptsächlich in tropischen und subtropischen Ländern, wie Indien, Vietnam, China, Indonesien, Sri Lanka, Australien, Japan, Nigeria oder Südamerika.

Geschichtliches zur Ingwerpflanze

In seinen Heimatländern wird Ingwer bereits seit mehreren Jahrtausenden angebaut und als Heilpflanze geschätzt. Die medizinische Verwendung basiert auf den Überlieferungen der traditionellen chinesischen Medizin und der Ayurveda-Medizin.

Auch in den indischen Sesruta- und Sanskrit-Schriften, finden sich Aufzeichnungen zu den heilfördernden Eigenschaften des Ingwers. Vor allem die positive Wirkung auf das Verdauungssystem und die Wirkung von Ingwer auf die Potenz wird hier beschrieben.

Bereits im 13. Jahrhundert fand Ingwer seinen Weg nach Europa und fand zunächst als Küchengewürz Verwendung. Später wurde er auch zur Linderung verschiedener Beschwerden eingesetzt und sogar in den Apotheken des Mittelalters angeboten.

Verwendung von Ingwer

Wird Ingwer jung geerntet, zeichnet er sich durch einen eher milden Geschmack aus. Dies ermöglicht die Verwendung als Nahrungspflanze. Die reiferen Knollen werden klassischerweise als Gewürz verwendet und zählen neben Chili und Pfeffer zu den schärferen Küchengewürzen. Hierfür kann der Ingwer entweder frisch oder getrocknet Verwendung finden.

Manchmal werden die frischen Ingwerstücke auch in Sirup eingelegt. Zudem gibt es weitere süße Ingwerzubereitungen, die entweder mit Schokolade überzogen oder kandiert werden. Eine Verarbeitung zu Konfitüre ist ebenfalls möglich. In Essig eingelegter Ingwer wird als Beilage zu Sushi-Gerichten hochgeschätzt.

Auch in Getränken findet Ingwer Verwendung, zum Beispiel als alkoholfreie Limonade (Ginger Ale). Ingwer ist aber auch als Zusatz von Tee und Kaffee möglich. Zudem erfreut sich auch reiner Ingwertee großer Beliebtheit.

Verwendung als Heilpflanze

Die häufigste Verwendung von Ingwer bezieht sich aber auf den Bereich der Alternativmedizin. Der aromatischen Ingwerknolle werden entzündungshemmende, durchblutungsfördernde und antioxidative Wirkungen nachgesagt.

Durch den Verzehr wird die Produktion von Speichel und Verdauungssäften angeregt, was die Verdauung erleichtert. Zudem kann Ingwer bei verschiedenen Erkrankungen, zum Beispiel Erkältungen oder anderen Beschwerden (Potenzstörungen) zum Einsatz kommen. Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden werden ebenfalls häufig mit Ingwer behandelt.

Ist Ingwer gesund?

Ingwer besitzt eine Vielzahl gesundheitsfördernder Wirkungen, die Beschwerden lindern und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Auf die Frage ob Ingwer gesund ist, kann man also mit ja Antworten.

Wirkungsweise von Ingwer

Bei der Wirkungsweise wird zwischen zwei verschiedenen Zustandsformen des Ingwers unterschieden: frischer Ingwer und getrockneten Ingwer.

Während frischer Ingwer Krankheiten über die Körperoberfläche abwehrt, wirkt getrockneter Ingwer eher auf die inneren Schleimhäute (schleimlösend). Beide Formen wärmen jedoch das obere Verdauungssystem und wirken dabei von innen heraus.

Ingwer ist reich an Vitamin C, Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium und Natrium. Diese Vitamine und Mineralstoffe stärken das Immunsystem und fördern damit die Gesundheit. Sie sind aber auch an verschiedenen Körperprozessen beteiligt, die Erkrankungen und Beschwerden positiv beeinflussen.

Zudem enthält Ingwer eine große Menge ätherischer Öle sowie die Wirkstoffe Gingerol und Shogaole. Letztere zählen zu den Scharfstoffen, die durchblutungsfördernd und verdauungsanregend wirken. Dadurch wird der Stoffwechsel angekurbelt und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. Zudem verleihen die Scharfstoffe der Knolle ihren typischen Geschmack.

Übersicht der Wirkungen:

  • antibakteriell
  • antioxidativ
  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen)
  • schleimlösend
Antibakterielle Wirkung

Die antibakterielle Wirkung von Ingwer ist auf die enthaltenen Scharfstoffe (Gingerol und Shogaole) zurückzuführen. Sie unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr von Bakterien, Pilzen oder Viren. Deshalb kann Ingwer bei vielen bakteriellen Erkrankungen zum Einsatz kommen.

Antioxidative Wirkung

Ingwer enthält auch eine große Menge Antioxidantien, die den Körper vor freien Radikalen schützen. Auf diese Weise wird Alterungsprozessen und der Entstehung von Krebszellen entgegengewirkt.

Schmerzlindernde Wirkung der Ingwerpflanze

Bei der Schmerzlindernden Wirkung kommt der Scharfstoff Gingerol ins Spiel. Dieser ähnelt in seiner Zusammensetzung der sogenannten Acetylsalicylsäure, die in verschiedenen Schmerzmedikamenten zum Einsatz kommt. Dadurch wird Ingwer zu einem rein pflanzlichen Schmerzmittel.

Die Anwendungsgebiete können dabei sehr vielfältig sein. Besonders wirksam ist Ingwer aber bei:

  • Erkältungen
  • Blähungen und Krämpfen
  • Kopfschmerzen
  • Wärmewickel bei Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
Entzündungshemmende Wirkung

Die entzündungshemmende Wirkung von Ingwer wurde in mehreren Studien wissenschaftlich bewiesen. Dies gilt auch für chronische Entzündungen, deren Beschwerden mit der regelmäßigen Einnahme von Ingwer gelindert werden können.

Verantwortlich hierfür sind die beiden Scharfstoffe Gingerol und Shogaol. Sie hemmen im Körper verschiedene Enzyme, die für Entzündungsprozesse verantwortlich sind. Anwendungsgebiete sind in der Regel Erkältungskrankheiten sowie Rheuma und Gicht.

Durchblutungsfördernde Wirkung

Durch den Verzehr von Ingwer wird der obere Bereich des Verdauungssystems erwärmt und damit die Durchblutung angeregt. Dies hat natürliche zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen.

Zunächst wird die Verdauung angeregt, was Verdauungsbeschwerden lindern kann. Gleichzeitig werden das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem gestärkt. Auch Potenzstörungen werden durch eine optimale Durchblutung positiv beeinflusst.

Antiemetische Wirkung

Mit dieser Wirkung hebt sich der Ingwer von vielen anderen alternativen Heilmittel ab. Da die Inhaltsstoffe direkt im Magen-Darm-Trakt wirken, werden Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen unterdrückt. Ingwer kann bei fast allen Formen von Übelkeit Anwendung finden.

So auch bei:

  • Reisekrankheit
  • Seekrankheit
  • oder nach Operationen

Der Verzehr von Ingwer bei Schwangerschaftsübelkeit ist jedoch nicht zu empfehlen, da ihm eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Schleimlösende Wirkung

Ingwer enthält wertvolle ätherische Öle, die im ganzen Körper schleimlösend wirken. Dies ist nicht nur bei Erkältungen hilfreich, sondern auch bei Verschleimungen im Verdauungstrakt. Diese bleiben oftmals unbemerkt, können aber auf Dauer negative Auswirkungen nach sich ziehen.

Ist Ingwer gesund? – Das Fazit

Als natürliches Heilmittel bei Erkältungskrankheiten oder Übelkeit kommt Ingwer schon seit vielen Jahrtausenden zum Einsatz. Die gesundheitsfördernden Wirkungen wurden mittlerweile aber sogar wissenschaftlich belegt. Zum Einsatz kommt Ingwer in der Regel als Tee.

Eine Verwendung von Ingwerkapseln ist aber ebenfalls möglich. Dies hat den Vorteil, dass die wertvollen Inhaltsstoffe des Ingwers, in konzentrierter Form aufgenommen werden. Auf diese Weise wird das Immunsystem optimal gestärkt und verschiedene Beschwerden gelindert.

Eine regelmäßige Einnahme ist natürlich ebenso wichtig, damit die neu gewonnene Lebensqualität auch lange anhält. Der scharfe Geschmack ist zu Beginn zwar etwas gewöhnungsbedürftig, kann aber mit Zitrone oder Honig optimiert werden.

Schwangere sollten Ingwer nicht in hohen Mengen konsumieren, da ihm eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird. Mögliche Nebenwirkungen sind zudem Magenreizungen und Sodbrennen, ausgelöst durch die Scharfstoffe. Dennoch ist Ingwer gesund und besitzt einen hohen Stellenwert als alternatives Heilmitte.

Vorteile Ingwer:

  • gesundheitsfördernde Wirkung
  • Stärkung des Immunsystems
  • Linderung von Beschwerden
  • einfache Aufnahme durch Kapseln

Nachteile der Ingwerpflanze:

  • die Schärfe ist gewöhnungsbedürftig
  • Ingwertee muss stets frisch aufgebrüht werden
  • Schwangere sollten Ingwer nicht in hohen Mengen konsumieren
  • mögliche Nebenwirkungen sind Magenreizungen oder Sodbrennen

Häufig gestellte Fragen zur Ingwerpflanze

Welche Wirkung hat Ingwer?

Ingwerpflanze

  • antibakteriell
  • antioxidativ
  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsördernd
  • antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen)
  • schleimlösend

Welche Nebenwirkungen hat Ingwer?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Sodbrennen und Magenreizungen. Man sollte den Verzehr von Ingwer auf leeren Magen vermeiden und nicht zu große Mengen zu sich nehmen. Wenn man darauf achtet, ist Ingwer sehr gut verträglich.

Ist Ingwer gesund?

Ingwer ist gesund. Die Wurzel hat viele gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Körper. Die bekanntesten sind sicherlich die Steigerung der Potenz und die entzündungshemmende Wirkung.